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Jeder Mensch hat das Recht
die Möglichkeiten,
die von Gott her
in ihm angelegt sind
zur Entfaltung zu bringen.

Tief in uns lebt ein unzerstörbaren Kern, der Kern unseres Selbst. Er ist uns von Anbeginn unseres Lebens von Gott mitgegeben worden. Es ist das Zentrum unserer Lebensenergie, unseres Wesens und unserer Seele. Oft bemerken wir ihn nicht, ja wissen nicht einmal, dass es ihn gibt. Und je nachdem, wie mit uns umgegangen wurde, konnte er wachsen oder er verkümmerte.

Sind wir in einer guten Atmosphäre aufgewachsen und in unserem Ich-sein unterstützt und gestärkt worden, konnte er wachsen und sich zu einem stabilen Selbst entwickeln. Und wenn wir dann in uns hineinhorchen, können wir ihn auch spüren, mal mehr, mal weniger, aber er ist immer da.

Ist nicht sorgsam mit ihm umgegangen worden, wurden wir abgewertet, missachtet, missbraucht oder verletzt, wurde der Kern im Laufe der Zeit immer kleiner und versteckte sich vor uns und allen andern. Er wollte nicht mehr gesehen werden, denn er fühlte sich hässlich, unansehnlich und ungeliebt. Mit der Zeit entwickelte er eine immer dicker werdende undurchdringliche dunkle Schicht und er ließ niemanden mehr an sich heran. So liegt er einsam in der dunkelsten und hintersten Ecke unseres Selbst. So lange bis auch wir ihn vergessen haben. Und je  mehr wir ihn vergessen, je mehr verlieren wir den Glauben und das Vertrauen an uns selbst. Wir nehmen uns selbst nicht mehr wahr und haben kein Gespür mehr für unsere Bedürfnisse und das was uns gut tut. Dafür haben wir aber gelernt das auf- und anzunehmen, was wir von außen hören und was andere, insbesondere unsere Eltern, über uns sagen, denken und meinen. Und das spiegelt nicht mehr das wieder was wir sind, sondern das, was wir zu sein haben. Und so entfernen wir uns immer mehr von uns und unserem ursprünglichen Kern und vom dem, wie Gott und Gedacht hat.

Um dann wieder zu diesem Kern, unserem eigentlichen Selbst,  vorzudringen, braucht es schon etwas Mut. Denn das Hinschauen macht Angst, weil wir zunächst nur das Dunkle, Undurchsichtige sehen, das was wir kennen. Und könnte es nicht doch alles wahr sein, was die Schicht uns suggerieren will? Nämlich kein wertvoller, liebenswerter und  einzigartiger Mensch zu sein. Es fällt uns schwer, darauf zu vertrauen, dass sich hinter dieser Schicht noch etwas ganz Anderes, Überraschendes verbergen könnte. Das, was mich eigentlich  ausmacht und mir von Gott gegeben wurde.

Aber es ist eine lohnende Aufgabe, diesen Kern allmählich freizulegen und die Schicht langsam und behutsam abzutragen. Das braucht seine Zeit und Geduld, und vor allem Menschen, die uns dabei mit ihrem Wohlwollen und ihrer Zuneigung unterstützen. Aber es lohnt sich hinzugucken, den Mut nicht zu verlieren und sich überraschen zu lassen, was wir alles Neues in uns ent-decken können. Und je mehr wir unseren ureigensten Kern freilegen, je mehr lernen wir zu dem zu stehen wer wir eigentlich sind und wie und wofür Gott uns geschaffen hat.

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